Beschreibung
„Cartouche”
Cartouche – die Kartusche, der ornamentale Zierrahmen, die architektonische Pracht als textile Form. Mit diesem Dessin übersetzt Leitner Leinen ein Gestaltungsprinzip, das von der Renaissance bis zum Rokoko die europäische Kunst- und Architekturgeschichte prägte: die Kartusche als schildartige Fläche, die von üppigem Ornamentwerk umrahmt wird. Das Wort Kartusche, abgeleitet vom französischen cartouche und dem italienischen cartoccio – „Papprolle” –, verweist auf jene einrollenden Ecken und Ränder, die das Rollwerk charakterisieren. Was im 16. Jahrhundert in der Schule von Fontainebleau als dekorative Rahmung entwickelt wurde, erreichte im Barock seine opulenteste Form: Kartuschen wurden zu skulpturalen Bestandteilen der Architektur, oft als reiner Schmuck ohne inhaltliche Füllung. Sie dienten der Umrahmung von Wappen, Inschriften und Porträts, doch ihre wahre Funktion lag in der ornamentalen Selbstdarstellung – im Überfluss der Form. Das Jacquard-Gewebe Cartouche versammelt jene Elemente, die das barocke Kartuschenwerk ausmachen: Füllhörner als Zeichen des Überflusses, Arabesken in verschlungenen Linien, Medaillons als zentraler Fokus, Rankenwerk in organischer Bewegung, Muschelwerk als plastisches Relief, Putten und fantastische Gestalten. Was Kunsthistoriker als Rollwerkkartuschen beschreiben – verschränkte, aufgerollte, mehrschichtige Bandformen –, wird hier nicht illustrativ nachgebildet, sondern als strukturelles Prinzip in Leinen übersetzt. Wer Cartouche auf die Tafel bringt, holt keine historische Reminiszenz an den Tisch, sondern ein architektonisches Gestaltungsprinzip: ornamentale Fülle als Form, barocke Pracht als Ästhetik.
Europäisches Bio-Leinen
Leinen für die Tafel ist ein Material mit langer Tradition in den gemäßigten Klimazonen Europas. Die Leinenfaser, aus westeuropäischem Flachsanbau gewonnen, zeichnet sich durch ihre glatte, geschlossene Oberfläche aus, die Flüssigkeiten zunächst abweist. Dieser Schutz ermöglicht es, auf Verschüttetes zu reagieren, bevor ein Fleck entsteht. Gleichzeitig ist Leinen stark saugfähig, sobald die Faser durchfeuchtet wird – eine Eigenschaft, die Servietten funktional macht. Die natürliche Glätte erzeugt jenen kühlen, festen Griff, der Tischdecken ihren charakteristischen Fall verleiht. Leinen ist von Natur aus antistatisch und bakteriostatisch – Eigenschaften, die es für den Kontakt mit Lebensmitteln besonders geeignet machen. Die Faser wird durch Gebrauch nicht schwächer, sondern geschmeidiger. Leinen entwickelt Patina statt Verschleiß. Tischdecken aus europäischem Bio-Leinen gewinnen mit der Zeit an Weichheit, ohne ihre strukturelle Festigkeit zu verlieren. Das GOTS-Zertifikat garantiert, dass vom Anbau bis zur Veredelung keine chemischen Bleichmittel oder synthetischen Pestizide zum Einsatz kommen.
Die Weberei
Seit 1853 webt die Leitner Manufaktur im österreichischen Ulrichsberg Leinen nach jenen Prinzipien, die nur durch handwerkliche Kontinuität zu wahren sind. Cartouche entsteht in präziser Jacquard-Leinenbindung – ein Verfahren, bei dem das Muster nicht aufgedruckt, sondern direkt in die Gewebestruktur eingearbeitet wird. Jedes Füllhorn, jede Arabeske, jedes Medaillon, jedes verschlungene Rankenwerk ist integraler Bestandteil des Gewebes selbst. Die Jacquard-Technik, entwickelt von Joseph-Marie Jacquard im frühen 19. Jahrhundert, ermöglicht komplexe Musterverlaufe, indem jeder Kettfaden individuell angesteuert wird. Das Ergebnis ist ein reliefartiges Gewebe, bei dem gemusterte und ungemusterte Flächen nicht nur optisch, sondern auch haptisch voneinander abgesetzt sind. Die ornamentale Dichte des Cartouche-Dessins stellt besondere Anforderungen an die Webpräzision: Die barocke Fülle an Details – von den plastisch wirkenden Bandformen des Rollwerks bis zu den filigranen Linien der Arabesken – muss in der textilen Umsetzung ihre Lesbarkeit bewahren. Die Leitner Manufaktur arbeitet mit mechanischen Webstühlen, deren Präzision darin liegt, dass sie die natürliche Unregelmäßigkeit der Leinenfaser nicht glätten, sondern aufnehmen. So entstehen Gewebe von jener Lebendigkeit, die maschinelle Gleichförmigkeit nicht erreichen kann – ein textiles Pendant zur skulpturalen Pracht barocker Architektur.
Das Produkt: Cartouche Reinleinen Bettwäsche von Leitner Leinen
Cartouche ist als Tischtuch und Serviette in verschiedenen Größen erhältlich. Das Gewebe besteht zu 100 Prozent aus europäischem Reinleinen in präziser Jacquard-Leinenbindung. Die Farbpalette umfasst zehn Töne und reicht von klarem Weiß über die zarte Nuance von Sakura bis zum warmen Terra. Rostrot bringt erdige Wärme, während Blue Fog ein helles Graublau vermittelt. Arctic Blue liefert ein kühles, frisches Blau, Zyklame ein intensives Rosa-Violett. Tanne zeigt sich in sattem Grün, Jade als leuchtende grüne Nuance, Leinen als naturfarbenes Leinen, und Terra als warmes Taupe verleiht der Tafel ornamentale Tiefe. Jede Farbstellung wurde so konzipiert, dass die barocke Komplexität des Dessins – das Zusammenspiel von Füllhörnern, Arabesken, Medaillons und Rankenwerk – zur Geltung kommt. Die Farben unterstützen die plastische Wirkung des Jacquard-Gewebes und lassen das Relief der Kartusche deutlich hervortreten. Cartouche ist ein Tischtuch für Anlässe, bei denen die Tafel nicht durch botanische Zurückhaltung, sondern durch architektonische Opulenz wirken soll – barocke Fülle als zeitloses Prinzip.
✓ 100% europäisches Reinleinen
✓ Präzise Jacquard-Leinenbindung mit barockem Kartuschen-Muster
✓ Erhältlich als Tischtuch und Serviette in verschiedenen Größen
✓ 12 Farben: Weiß, Sakura, Rostrot, Blue Fog, Arctic Blue, Zyklame, Tanne, Jade, Leinen, Terra, Stone, Anthrazit
✓ GOTS-zertifiziert
✓ Gewebt in der Leitner Manufaktur, Ulrichsberg (Österreich)
Die Pflege
Leinen-Tischwäsche verträgt Temperaturen bis 60 Grad, weiße Qualitäten auch bis 95 Grad. Waschtemperaturen zwischen 40 und 60 Grad schonen die Faser. Verzichten Sie auf Waschmittel mit optischen Aufhellern – sie bleichen die Farbpigmente aus. Füllen Sie die Maschine nicht zu voll: Leinen braucht Bewegungsfreiheit. Schleudern Sie mit 800 bis maximal 1.000 Umdrehungen und entnehmen Sie die Wäsche leicht feucht. Bügeln Sie auf höchster Stufe, solange noch Restfeuchte vorhanden ist. Leinen liebt Hitze und Feuchtigkeit – nur so glätten sich die Fasern vollständig. Vermeiden Sie den Trockner. Flecken von Rotwein oder Kaffee behandeln Sie sofort mit kaltem Wasser. Die glatte Leinenfaser gibt Verschmutzungen bei rascher Reaktion leichter ab.
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