Stilvoll draußen schlemmen! Ein Plädoyer

Schlemmen, speisen, schwelgen, es sich gut gehen lassen, das macht jetzt draußen an der frischen Luft richtig Spaß. Hinaus auf die Terrasse, hinaus in den Garten, in den Schrebergarten. Zum Picknick in den Park und auf die Wiese. Die Vögel zwitschern ihre Arien, die Sonne kitzelt die Nase und der Wind spielt in den Haaren. Geht es denn noch schöner?
Ja, es geht immer noch ein bisschen.

Wer zu Hause auf Eleganz und Stil Wert legt, der hat auch beim Essen in der freien Natur so viele Möglichkeiten, dies mit Charme, Noblesse und eben „gutem Stil“ zu tun. Machen wir das doch zu einem außergewöhnlichen Ereignis. Machen wir draußen essen zu draußen schlemmen.

Unter freiem Himmel haben wir Menschen schon immer gern gegessen.

Wer aber speziell das Picknick der Neuzeit erfunden hat, diese Frage bleibt wohl offen. Franzosen und Engländer beanspruchen das gleichermaßen für sich. Der Begriff Pique-Nique wurde Ende des 17. Jahrhunderts ins „Dictionnaire de la langue française“ aufgenommen. Zu einer Massenbewegung wurde das Picknick dann – wie so oft –  in Großbritannien.

Im Viktorianischen Zeitalter, da Königin Victoria häufig im Freien speiste. In diese Zeit fällt auch die „Erfindung“ des Picknick–Korbs, der sowohl das Essen als auch eine Decke, Geschirr und Besteck enthält

Das Picknick kann in Großbritannien bis heute den Rang eines gesellschaftlichen Ereignisses haben. Beim Pferderennen in Ascot oder beim Tennisturnier in Wimbledon – nur so als Beispiel. Beim Cricket ist übrigens in den Regeln eine 20-minütige Teepause festgelegt, in der ein Imbiss im Freien eingenommen wird.

Selbst in der Malerei fand das diese neue Bewegung ihre Beachtung. Eduard Manets malte 1863 das „Frühstück im Grünen“ und sein Geistesverwandter Claude Monats warf es gleichnamigem Bild 1865 auf die Leinwand. In der Kunst waren auch die Deutschen schnell ein Teil der Bewegung – Carl Spitzweg verewigte 1864 „Das Picknick“.

So macht man draußen essen zu draußen schlemmen
Die Franzosen sind Meister darin! 

Das Besteck sollte schon aus Metall sein, es muss  aber wirklich nicht das empfindliche Tafelsilber sein.

Plastikbesteck jedenfalls geht gar nicht.

Auch die Fine Bone China Teller bleiben im Schrank, aber es gibt so schönes, ebenso rustikales wie elegantes, ganz dem Anlass angepasstes Geschirr. 

Wie wäre es zum Beispiel mit einer ausgedruckten kleinen Menükarte – das nimmt dem Ganzen nichts von seiner Ungezwungenheit, ist aber doch ein klares Zeichen für – ja, eben Stil.

Und was gibt es

Viele Picknick-Rezepte sind für die Zubereitung von Fingerfood. Und das ist wichtig, schließlich haben wir beim Picknick keinen Stuhl und keinen Tisch, um bequem mit Messer und Gabel zu essen. Da ist es schon angenehm, wenn das Essen mundgerecht vorbereitet ist und ohne allzu viel Kleckerei auf der Picknickdecke gegessen werden kann.  Heute wird oft dazu gegrillt. Nun, das ist Geschmacksfrage. Klassisch jedenfalls sind eher gegrillte kalte Hühnerbeine, dann natürlich Roastbeef. Sandwiches in jeder Form.
Ein Trend, dem wir folgen können oder auch nicht, ist vegetarisches oder veganes Essen

Und egal , ob der Tisch im Garten steht oder auf der Terrasse oder es ein Picknick auf der Wiese ist, eines darf auf keinen Fall fehlen: Ein Tischtuch. Da gibt es keine Diskussion. Und: Wer es wirklich stilvoll will, der nimmt ein Tuch aus Leinen. Nichts entspricht dem Gefühl, nah an der Natur zu sein so gut wie die reine Natur von Leinen. Leinen liebt es, draußen zu sein, beansprucht zu werden. Kein anderes Material wird wie Leinen immer schöner je mehr es gebraucht wird.

Hinaus in die Natur, zum draußen schlemmen. Lasst es Euch gut gehen!

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